Verhalten vor und nach einer Implantat-Operation.

Vor der Operation

Den Tag vor einer Operation sollten Sie wie jeden anderen verbringen. Achten Sie noch einmal darauf alle Medikamente dem Arzt mitzuteilen. Naturheilmittel vor allem auch Enzyme prophylaktisch gegen Schwellung genommen können schwer stillbare Nachblutungen hervorrufen. Nehmen Sie keine aspirinhaltigen Schmerztabletten.
Wenn keine Narkose vorgenommen wird ist es sogar besser, vorher eine Kleinigkeit zu essen. 
Infektionsprophylaxe:
Bei Operationen im Mund kann die Wunde wegen des bakterienhaltigen Speichels nicht wie bei einer Bauchoperation geschützt werden. Aus diesem Grund empfiehlt es sich die Bakterienflora zu reduzieren. Dies soll einerseits durch zweimaliges Spülen mit einer Chlorhexetidin-Lösung oder Beta - Isadonna Lösung 1:1 geschehen sowie durch Einnahme eines Antibiotikums bereits am Vortag. Das Antibiotikum sollte 3 Tage eingenommen werden.
Beginnen Sie mit dem Spülen 2 Tage vor der Operation mit dem Antibiotikum bereits 1 Tag vor der Implantatoperation

Nach der Operation

Üblicherweise findet die OP am Vormittag statt. Besuchen Sie nach Abklingen der Spritze Ihren Zahnarzt um die Funktion der Nerven  zu überprüfen, bzw. nach Blutungen zu sehen.
Betrifft Unterkiefer: Sollte ein Nerv geschädigt sein, so fällt einseitig ein Bereich von ca. 2 qcm an der Lippe und Umgebung aus. Der Zahnarzt wird die Nervfunktion überprüfen. Das ist vor allem wichtig, um eine Unterscheidung zu treffen zwischen Nervausfällen wegen Durchtrennen des Nervs, (Nerv bleibt nach der Spritze weg) oder vorübergehender Ausfall des Nervs (Gefühl kommt wieder und verschwindet nach einer Schwellung.)
Betrifft Oberkiefer:
nach einer Oberkieferoperation mit Kieferhöhlenbeteiligung  können Blutungen auftreten die direkt in den Hals abgehen. Bitte bei längeren Blutungen Arzt verständigen.

.bis 2 Tage nach der Operation

  1. Vermeiden Sie Anstrengungen, der Kreislauf sollte unten bleiben. (Sport , Sauna )

  2. Vermeiden Sie den Kreislauf anregende Stoffe  wie Kaffee, Alkohol, Marihuana, (Schnaps Sekt Wein gefährlicher als Bier.)

  3. Vermeiden Sie Getränke, die das geronnene Blut auflösen wie Fruchtsäfte, Kohlensäurehaltiges, Heisses.

Die Schwellung kann verringert werden durch

  1. Kühlen von außen bis 3 Std. nach der Operation. Intervallweise kühlen, 10 Sekunden kühlen 10 Sekunden Pause, beachten Sie , dass Sie eventuell durch die Anästhesie ein Unterkühlen nicht bemerken.

  2.  Die Mundhygiene sollte aufrecht erhalten werden um einer Infektion vorzubeugen. Falls Zahnputzen nicht möglich ist, muss mit einer Chlorhexetidin-Lösung morgens und abends gespült werden. 

  3. Einnahme von schwellungshemmenden Mitteln, z.B.. Bromelain (Naturheilmittel) nicht einnehmen bei Nachblutung.

ab dem dritten Tag

  1. Ab dem dritten Tag, falls es nicht nachblutet, kann man die Schwellung und den Wundschmerz durch Wärme (Rotlicht, Wärmeflasche) von außen wärmen. Mindestens sollten 20 Minuten gewärmt werden. Niemals bei Nervausfall (auch durch Anästhesie) mit Rotlicht wärmen, man könnte sonst "gebraten" werden ohne es zu merken. Ebenfalls bei Nachblutung Wärme einstellen.

  2. Jetzt können auch Enzyme und andere Mittel eingesetzt werden ohne zu schaden, um die Schwellung zu reduzieren. Da die Schwellung gleichzeitig ein wichtiger Heilungsprozess ist sollte sie jedoch nicht ganz unterdrückt werden. Cortisonhaltige Mittel verzögern die Heilung.

  3. Wundinfektionen treten manchmal nach dem 4. Tag auf. Der bereits abklingende Wundschmerz wird von einem heftigen pochenden Schmerz abgelöst. Bei einer bakteriellen Infektion verstärkt Wärme den Schmerz und sollte eingestellt werden. In diesem Fall muss die Wunde durch vorsichtiges Spülen und Wechseln der Einlage gereinigt werden. Auf jeden Fall muss der Zahnarzt aufgesucht werden.

  4. Die Wundeinlage muss nach spätestens 4 Tagen erneuert werden (auch ohne Infektion)

  5. Fäden müssen nach 8-10 Tagen entfernt werden.

  6. Schwellung und Einschränkung der Mundöffnung sind normale Begleiterscheinungen nach Operationen, sie hängen von der individuellen Reaktion des Patienten und seinem Verhalten nach der OP mehr ab, als von der Schwierigkeit und Dauer des Eingriffes. Auch wenn manchmal die Heilung beschwerlich ist, so vergisst man darüber sehr schnell, wenn alles wieder in Ordnung ist. 

Bei starken Nachblutungen und Wundinfektionen ist es unbedingt erforderlich ärztliche Hilfe einzuholen.

Gerne können unsere Patienten eine private Telefonnummer erhalten, unter der Sie nach Operationen außerhalb der Sprechzeiten anrufen können.

Verhalten nach Operation